Wachteln zu ernähren, ist an und für sich ganz einfach. Im Fachhandel gibt es eine große Auswahl an Fertigfutter. Dieses setzt sich aus zahlreichen Komponenten zusammen. Auch die natürliche Nahrung ist sehr vielseitig. Damit Wachteln gesund bleiben, brauchen sie eine abwechslungsreiche und ausgewogene Nährstoffzusammensetzung im Wachtelfutter.
Inhaltsverzeichnis
- Die natürliche Nahrung der Wachteln
- Die einfachste Lösung: Legefutter für Wachteln
- Wie viel Futter braucht eine Wachtel am Tag?
- Eiweiß in der Fütterung
- Was tun bei Kalziummangel?
- Verschiedene Arten Wachtelfutter
- Was ist Keimfutter?
- Natürliche Snacks für Wachteln
- Das sollten Wachteln NICHT fressen
- Tierische Leckerbissen für Wachteln
Die natürliche Nahrung der Wachteln
Wild lebende Wachteln suchen ihr Futter auf dem Boden. Sie picken nach kleinen Insekten, Würmern, Schnecken, Spinnen, Samen und Körnern. Außerdem naschen sie an Pflanzen.
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Mehr erfahrenHühner finden diese Nahrungsmittel häufig in ihrem Auslauf. Da es leider nicht möglich ist, Wachteln im Freilauf wie Hühner zu halten, kommt der artgerechten Fütterung eine besondere Bedeutung zu.
Die einfachste Lösung: Legefutter für Wachteln

Viele Wachtelhalter möchten ihre Tiere möglichst naturnah füttern. Das Mixen natürlicher Zutaten mit der passenden Nährstoffzusammensetzung ist jedoch sehr schwierig. Deshalb greifen die meisten Wachtelbesitzer auf das Fertigfutterangebot aus dem Fachhandel zurück. Ein gutes Alleinfuttermittel enthält alles, was die Wachtel für ein gesundes Leben braucht.
Die typische Zusammensetzung eines Legefutters für Wachteln:
- 16 bis 18 Prozent Eiweiß
- darunter ausreichend Aminosäuren, zum Beispiel Lysin und Methionin
- mindestens 4 bis 5 Prozent Kalzium
- Rohöle und -fette
- Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in der angemessenen Menge
Unser Tipp!
Herkömmliches Wachtelfutter enthält oft genverändertes Soja. Die Angabe steht meist kleingedruckt unter den Inhaltsstoffen. Wer auf Gentechnik verzichten möchte, kauft am besten Bio-Wachtelfutter oder als genfrei gekennzeichnete Produkte.
Wie viel Futter braucht eine Wachtel am Tag?

Die Futtermenge ist von der Größe, der Rasse und der Nutzungsart abhängig. Eine Legewachtel benötigt rund ein Kilogramm Futter im Monat.
Das sind etwa 30 bis 40 Gramm am Tag. Diese Menge entspricht etwa zwei Esslöffeln Fertigfutter. Generell ist es sinnvoll, den Tieren rund um die Uhr Futter zur Verfügung zu stellen.
Unser Tipp!
Im Fachhandel gibt es praktische Futterautomaten mit Vorratstank. Es rutscht immer nur so viel nach, wie die Wachteln fressen.
Eiweiß in der Fütterung
Die richtige Menge Eiweiß ist bei der Wachtelfütterung enorm wichtig. Ist der Eiweißgehalt zu niedrig, dann sinkt die Legeleistung und die Wachteln legen kleinere Eier. Außerdem bleiben Jungtiere im Wachstum zurück und es kommt zu einer allgemeinen Unterversorgung.
Ein Zuviel an Protein macht die Eier größer. Manchmal entstehen Doppeleier mit zwei Dottern. Zu große Eier erzeugen nicht selten eine schmerzhafte Legenot, die tödlich enden kann. Zudem sinkt häufig die Eieranzahl. Viele Wachteln verfetten, wenn sie zu viel Eiweiß fressen. Auch die Nieren leiden.
Was tun bei Kalziummangel?
Ein Kalziummangel führt beim heranwachsenden Vogel im Extremfall zu weichen Knochen und Schäden am Skelett. Legewachteln mit Kalziummangel legen dünnschalige Eier oder Windeier ohne feste Schale.
Im Bedarfsfall ist es sinnvoll, Kalkfutter oder Grit zu füttern. Wachteln picken auch gerne kleine Kalkgritsteinchen aus dem Sandbad. Außerdem gibt es speziell für Wachteln im Fachhandel Picksteine.
Verschiedene Arten Wachtelfutter

Das Fertigfutter ist hinsichtlich der Nährstoffzusammensetzung auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmt. Es gibt:
- Aufzuchtfutter für Wachteln im Wachstum
- Legefutter für eierproduzierende Wachtelhennen
- Mastfutter für einen guten Fleischansatz
Das Wachtelfutter muss auf die jeweilige Lebensphase abgestimmt sein.
Aufzuchtfutter
Im feinkrümeligen Kükenfutter ist der Eiweißgehalt mit 18 bis 28 Prozent besonders hoch. In der freien Natur würden sich frisch geschlüpfte Wachteln überwiegend von kleinen Insekten ernähren und so viel Protein zu sich nehmen.
Zahlreiche Geflügelhalter bieten den Küken zusätzlich zum Fertigfutter ein wenig kleingehackte hartgekochte Eier, zerriebene Karotten und zerkleinerte Brennnesseln an.
Legefutter
In der Legeperiode benötigt die Wachtel neben Protein viel Kalzium und Vitamine. Nur ausreichend mit Nährstoffen versorgte Hennen überzeugen mit einer guten Legeleistung.
Die Umstellung vom Küken- auf das Legefutter erfolgt ab der sechsten Lebenswoche schrittweise. Sind die Wachteln für die Mast bestimmt, dann enthält das Futter mehr Rohfaser und Rohprotein und dafür weniger Kalzium.
Unser Tipp!
Die Mauser im Frühling und Spätsommer zehrt an den Kräften. Zusätzlich zum Legefutter empfiehlt sich die Gabe von etwas Bierhefe, um das Gefieder schön nachwachsen zu lassen. Im Winter bringen Pflanzenöl- und Tränkenzusätze ein Plus an Energie.
Schon gewusst?
Wachtelfutter gibt es als Pellets und Mehl. Pellets lassen sich vom Schnabel besser aufnehmen und die Futterverluste sind gering. Mehl verteilt sich schneller in der Umgebung, wodurch sich die Verluste erhöhen. Mehl eignet sich dafür gut zum Anfeuchten und zum Mischen mit anderen Futtermitteln.
Geeignete Körner für Wachtelfutter
Folgende Körner eignen sich unter anderem zur Herstellung von Wachtelfutter:
- Weizen
- Sonnenblumenkerne
- geschroteter Mais
- Quinoa
- Buchweizen
- Linsen
- geschrotete Erbsen
- Raps
- Sesam
- Glanzsaat
- Nackthafer
- Vogelrübsen
- Kanariensaat
- Nigersaat
- Hirse
Schon gewusst?
In freier Wildbahn ernähren sich Wachteln von Wildkräutersamen. Rein theoretisch eignen sich auch die Samen vom Wegerich, Mohn, Löwenzahn, der Brennnessel und vielen anderen Pflanzen als Wachtelfutter. Die Samen zu sammeln, ist allerdings recht mühsam.
Was ist Keimfutter?
Besonders gesund sind angekeimte Saaten. Die weichen, in der Reifephase befindlichen Samen enthalten wertvolle Nährstoffe und lassen sich leicht verdauen. Im Fachhandel gibt es verzehrfertiges Keimfutter zu kaufen.
Ansonsten lässt sich das vitamin- und mineralstoffreiche Keimfutter aus Erbsen, Linsen, Weizen, Hafer und anderen Körnern selbst herstellen. Um die Sprossenbildung anzuregen, quellen die Körner etwa zehn Stunden lang in lauwarmem Wasser.
Nach dem Abtropfen breitet man die Keime in einem Gefäß aus und spült sie jeden Tag gründlich ab, um eine Schimmelbildung zu vermeiden. Hierfür eignet sich ein Sieb. Etwa nach drei Tagen ist das Keimfutter verzehrfertig. Jede Wachtel bekommt einen Teelöffel voll als tägliche Ration.
Unser Tipp!
Nach dem Verfüttern von Keim- und Grünfutter und generell bei feuchten Produkten ist darauf zu achten, Futterreste zügig zu entfernen. Die Reste verderben schnell und können die Wachteln krank machen.
Natürliche Snacks für Wachteln

Wie Hühner lieben auch Wachteln eine abwechslungsreiche Kost. Kleine Leckereien werten das Wachtelfutter auf und versorgen die Vögel mit natürlichen Delikatessen. Diese pflanzlichen Leckerbissen mögen Wachteln gerne:
- Salat
- frische Kräuter, beispielsweise Oregano, Petersilie und Basilikum
- zarter Löwenzahn
- Vogelmiere
- Labkraut
- Luzerne
- Sojasprossen
- Gurken und Zucchini
- Melonen
- geraspelte Karotten
- Beeren, zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren
- Obst, zum Beispiel Äpfel, Birnen, Pfirsiche
- Rosinen
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Das im Grünfutter enthaltene Chlorophyll und Beta-Carotin sorgen für eine kräftige Farbe des Eigelbs.
Am besten gibt man den Vögeln ganze Salatköpfe, Äpfel, Birnen und Melonen in den Stall. Das Picken dient der artgerechten Beschäftigung.

Wachteln könnten an und für sich viele Wildkräuter fressen, beispielsweise Giersch, Klee, Spitzwegerich, Kamille, Pfefferminze und Schafgarbe. Sie mögen aber lieber zarte und weiche Blätter. Ideal sind die Kräutertöpfe aus dem Supermarkt.
Die Vögel pflücken sich die Blättchen selbst von den Stängeln. Sind die Pflanzen abgefressen, dann nimmt man die Töpfe aus dem Gehege. Oft erholen sich die Kräuter nach einiger Zeit wieder und lassen sich noch einmal als Leckerfutter verwenden. Oregano und Basilikum tragen zur Parasitenprophylaxe bei. Getrocknete Luzerne gibt es im Zoofachhandel in kleinen Ballen. Sie sind ein gutes Beschäftigungsfutter für den Winter.
Das sollten Wachteln NICHT fressen
- Nachtschattengewächse, zum Beispiel Tomaten, Auberginen und Paprika
- stark säurehaltige Zitrusfrüchte
- blausäurehaltige Kerne, beispielsweise vom Apfel
- Avocados
- Giftpflanzen, zum Beispiel Eibe, Gold- und Blauregen
Zu viel Grünfutter und fruchtzuckerhaltiges Obst führen zu Verdauungsbeschwerden, beispielsweise zu Durchfall. Das ist bei den Wachteln nicht anders als bei uns Menschen.
Wer seine Vögel gerne mit Kräutern verwöhnt, findet im Fachhandel fertige Mischungen sowie Präparate zur Stärkung der Abwehrkräfte. Auch natürliche Antiparasitenmittel sowie Vitamin- und Mineralfuttermischungen sind erhältlich. Diese unterstützen die Vögel während der Mauser, im Winter und während der Legeperiode.
Tierische Leckerbissen für Wachteln

Wachteln sind Allesfresser, die unter natürlichen Bedingungen viel tierische Nahrung zu sich nehmen. Würmer, Krebse und Insekten versorgen die Vögel mit wertvollem Protein. Infrage kommen beispielsweise:
- Mehlwürmer
- Bachflohkrebse
- Tauwürmer
- Bienenmaden
- getrocknete Insekten
Die oben genannten Tierchen gibt es im Zoofachhandel lebend oder getrocknet zu kaufen. Mehlwürmer lassen sich alternativ dazu selbst nachziehen. Allerdings sollten die Vögel nicht zu viele Mehlwürmer fressen, weil diese sehr nahrhaft und fett sind.
Natürlich freuen sich Wachteln auch über Schnecken- und Ameiseneier, Engerlinge, Käfer und Larven. Da viele dieser Tiere unter Artenschutz stehen, ist das Sammeln und Entnehmen aus der Natur nicht sinnvoll.
Unser Tipp!
Viele Wachtelhalter bieten ihren Vögeln jedoch eine Schaufel Erde an, in denen die Wachteln selbst nach Fressbarem suchen.
Schon gewusst?
Insekten, Würmer, Schnecken und Spinnen sind für die Wachteln die natürlichste Eiweißquelle. Infolge der BSE-Krise im Jahr 2000 kam es zum Verbot tierischer Bestandteile im Wachtelfutter. Seitdem ist dem Futter proteinreiches Soja als Ersatz beigefügt.
